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tja

warum das?

...weil das eigene Netz mehr hergibt....

Kälbermarsch 10

...und sonst ?, à contre courant, Musik Posted on Mo., September 14, 2026 09:29:56


Man kann den Hintern schminken wie man will, es wird kein ordentliches Gesicht daraus.

...und sonst ? Posted on Mi., September 09, 2026 12:55:32

Die Empörung über die Wahlentscheidung für eine in Teilen als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei von 45% der Bürgerinnen und Bürger von Sachsen-Anhalt ist ungebrochen und zurecht. Dies ist unfassbar – unfassbar, wie man mit diesen alten Parolen und inhaltsleeren Phrasen etwas gewinnen kann. Unfassbar, vielleicht. Doch was hat da alles dorthin geführt?
Vielleicht, dass wir uns noch nie großartig aufgeregt haben, wenn die CDU, netter verpackt, gegen Migration auf ihren Plakaten gewettert und immer wieder diese dusselige „Vaterlandsliebe“ proklamiert hat. Ein Blick auf die Wahlplakate ab 1987 zeigt eben dies: nationale und heute vielleicht eher rechte Parolen. Das hat uns nicht gejuckt. Es waren ja die Guten, die es den Rechten zeigen. Die, die sagen, rechts neben der CDU darf es keine Partei geben.
Nein, die CDU sind keine Nazis, also nicht alle. Die einen sind tot, die anderen zum Teil zur AfD abgewandert. Man kann nicht ständig die Vergangenheit als Synonym für morgen rauskramen. Sie haben „dem Volk aufs Maul“ nicht recht gegeben, sie haben es transportiert – vielleicht, weil es so einfach war, vielleicht wegen perfider Machtgedanken, oder weil man einfach nicht nachgedacht hatte. Am Ende ist es immer das Gleiche. Das konservative, bewahrende Gerede beschwört nicht nur die rührselige „Wir sind wieder wer“-Nummer herauf, sondern auch den braunen, eigentlich in der Flasche wohnenden Geist. Das eine will man, das andere kriegt man.
Das Rumgehaue auf dem gesamten Osten ist genauso dämlich wie das Glorifizieren des Westens vor der Wiedervereinigung. Die Inszenierung eines Helmut Kohl und seiner Vision (ja, der hatte auch Visionen, wie die AfD heute), flink umgesetzt. Im Westen ist alles sicher und es gibt Geld. Das Einzige, was stimmte, war, dass es keine Diktatur gab. Ansonsten hatten wir unlustigen Naziterror durch kaputte Skinheads, die gern vergessene Wehrsportgruppe Hoffmann – da wusste der Osten wahrscheinlich noch gar nichts von Baseballschlägern.
Was ist mit Kurt Georg Kiesinger, NSDAP-Mitglied und danach steile Karriere in der CDU, Ministerpräsident und Bundeskanzler? Juckte einige. Diskussionen? Ja, die gab es. Konsequenzen? Gab es nicht. Parteiverbot für die rechten Republikaner? Nein, das Plakat „Das Boot ist voll“ durfte einfach hängen, ein Parteiverbotsverfahren wurde nicht gefordert. Wäre dies nicht eine Diskussion wert gewesen? Opportunismus allerorten im Westen. Dafür wurde der imaginäre Feind „Links“ immer wieder beschworen.Offen wurden damals wie heute Migranten verbal herabgewürdigt, das war normal und indirekt schon das heute sehr beliebte „Da wird man doch noch sagen dürfen“. Das Frauenbild und die gute Familie der CDU, in der Werbung überall. Kritisch sehende Frauen waren einfach „Emanzen“. Es waren u. a. CDU/CSU-Mitglieder, die sich öffentlich über den Kniefall von Willy Brandt in Warschau echauffierten und diesen falsch fanden.
Kurzum: Es war nie anders in diesem Land, die Konservativen, allen voran die CDU, mit den eigenen Parolen geschlagen. Das Gefährliche an der AfD jedoch ist das Undifferenzierte und noch mehr, die Geschichte zu leugnen oder zu verdrehen. Ansonsten profitieren sie simpel von dem, was schon immer da war. Konservatismus und Neoliberalismus – das unheilige Geschwisterpaar des Kapitalismus.
Vielleicht sind bürgerliche Werte aus einem Land vor unserer Zeit schon lange bedeutungslos für viele? Nur noch ein verblassender Rettungsanker für diejenigen, die sich bis heute nicht gerade gemacht haben? Für diejenigen, die gerne Stolz auf etwas wären, das durch fragwürdige Figuren zerstört wurde und keinen Stolz hervorrufen kann.
Die Wahl in Sachsen-Anhalt: eine erwartbare Katastrophe. Eine Wahl, in der sich zeigt, dass noch lange nicht alles von der NS-Zeit verarbeitet wurde. Es gab nur diese gnadenlose Diskretion, das Unter-den-Teppich-Kehren einer beschämenden Haltung eines Landes, in dem alle damals und zukünftig im Urlaub sein werden. Eine gnadenlos transparente Generation weckt die alten Geister, nicht um zu provozieren, sondern um Frieden zu finden. Das Formulieren von neuen Werten trifft auf das verzweifelte Festhalten daran, nicht zu den Tätern von einst zu gehören. Die Quadratur des Kreises ist erreicht.
„Man kann den Hintern schminken, wie man will, es wird kein ordentliches Gesicht daraus”, so sagte es damals schon Tucholsky, und besser kann man es kaum sagen. Die AfD ist nicht alleine das Drama, die CDU ist nicht alleine der eigene Brandstifter. Das wäre zu viel der Ehre für die einen und zu viel Schuldzuweisung an die anderen und insgesamt zu simpel. Ebenso, dass es ein Problem des Ostens ist, wie dass es ein Problem Ost-West gibt. Billige Parolen der AfD bedienen nur das Zukleistern und befeuern das Drama. Vielleicht, weil man einfach – wie andere schon so lange – keine Lust hat auf eine Zukunft. Eine Vereinigung unter einer Fahne klappt nur bedingt beim Fußball. Es ist mittlerweile nur ein Stück Stoff, Haltung erwächst aus dem Miteinander, nicht aus Stoff. Symbole werden geboren, wenn man eine Einheit ist. Nicht andersherum, das Beitreten unter einem Symbol signalisiert Zustimmung zum Bestehenden. Mehr nicht. Und ein Reset wie beim Computer geht wohl nicht. Damit stehen wir vor einem Dilemma und warten auf den nächsten Heilsbringer.



Une ombre menaçante apparaît

...und sonst ? Posted on Di., September 08, 2026 10:24:18

Salut les ami·e·s, vous l’avez lu. Dans un Land allemand, les Allemands ont montré ce qu’ils ont retenu de l’Histoire. Enfin, 45%, visiblement rien du tout.

Il y en a d’autres, heureusement. Ça va devenir plus dur, mais on ne lâchera rien. J’ai honte de devoir partager ce pays avec ces gens-là, et je me réserve le droit de partir si le nombre de néonazis continue d’augmenter.On est crevés, parce qu’en vrai, ça n’a jamais vraiment disparu. Descendez dans la rue : chez vous aussi, le danger menace. FCKMLP !

Bisous.