Mann, Mann, Mann, Ulli – was für ein Drama.
Da stapft AfD Arno nachts durch Stendal, selbstverständlich mit dem obligatorischen Baseballschläger für den kleinen patriotischen Abendspaziergang, und stellt einen -Jährigen, weil der ein AfD-Wahlplakat beschädigt haben soll.
Der große Kämpfer gegen „Linksgrün“ und den angeblichen Untergang des Abendlandes im Duell mit einem Kind. Heldentum auf AfD-Niveau.
Was hat Arno eigentlich so getroffen? Dass ein 14 jähriger die AfD-Lügen früher durchschaut als manche Erwachsene? Dass es in Stendal Jugendliche gibt, die keinen Bock auf rechte Parolen haben? Oder dass der Junge ein Plakat entsorgt hat, weil er dachte, politischer Sondermüll gehöre eben in die Tonne?
Aber, Ulli, du hast doch neulich erklärt, es habe nur sogenannte „Baseballschlägerjahre“ gegeben. So ein bisschen Gewalt, ein bisschen rechte Einschüchterung – offenbar bloß eine missverstandene Phase, die die schöne Fassade nicht stören soll. Und jetzt läuft einer nachts mit Baseballschläger herum und jagt einem Kind wegen eines Plakats hinterher.
Vielleicht ist Arnos Baseballschläger ja ein Relikt aus den „sogenannten Baseballschlägerjahren“: lange im Keller gelegen, jetzt wieder ausgeführt – gegen einen 14 jährigen und ein kaputtes Plakat. Das passt natürlich schlecht zu deiner schönen Vision. Oder zeigt es vielleicht gerade, warum diese Verharmlosung so unerquicklich ist?
Aber keine Sorge: Bestimmt wird daraus wieder eine „politische Hetzjagd“ der Altparteien gegen die dauerhaft verfolgte Mimimi-AfD. Vielleicht prüft man auch erst einmal, ob der Jugendliche einen Migrationshintergrund hat – irgendeine Nebelkerze findet sich bestimmt.
Die Kälber stehen jedenfalls schon stramm und warten auf das nächste empörte Posting. Und Arno? Der bekommt von dir bestimmt eine ordentliche Konsequenz: eine warme Wurst, ein Schulterklopfen und den nächsten Einsatz als selbst ernannter Ordnungshüter.
Wobei: Würstchen laufen in dieser Geschichte ja ohnehin schon genug herum.
