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tja

warum das?

...weil das eigene Netz mehr hergibt....

Ach Ulli, echt jetzt? Schon wieder?

...und sonst ? Posted on So., August 23, 2026 13:03:45

Mann, Mann, Mann, Ulli – was für ein Drama.

Da stapft AfD Arno nachts durch Stendal, selbstverständlich mit dem obligatorischen Baseballschläger für den kleinen patriotischen Abendspaziergang, und stellt einen -Jährigen, weil der ein AfD-Wahlplakat beschädigt haben soll.

Der große Kämpfer gegen „Linksgrün“ und den angeblichen Untergang des Abendlandes im Duell mit einem Kind. Heldentum auf AfD-Niveau.

Was hat Arno eigentlich so getroffen? Dass ein 14 jähriger die AfD-Lügen früher durchschaut als manche Erwachsene? Dass es in Stendal Jugendliche gibt, die keinen Bock auf rechte Parolen haben? Oder dass der Junge ein Plakat entsorgt hat, weil er dachte, politischer Sondermüll gehöre eben in die Tonne?

Aber, Ulli, du hast doch neulich erklärt, es habe nur sogenannte „Baseballschlägerjahre“ gegeben. So ein bisschen Gewalt, ein bisschen rechte Einschüchterung – offenbar bloß eine missverstandene Phase, die die schöne Fassade nicht stören soll. Und jetzt läuft einer nachts mit Baseballschläger herum und jagt einem Kind wegen eines Plakats hinterher.

Vielleicht ist Arnos Baseballschläger ja ein Relikt aus den „sogenannten Baseballschlägerjahren“: lange im Keller gelegen, jetzt wieder ausgeführt – gegen einen 14 jährigen und ein kaputtes Plakat. Das passt natürlich schlecht zu deiner schönen Vision. Oder zeigt es vielleicht gerade, warum diese Verharmlosung so unerquicklich ist?

Aber keine Sorge: Bestimmt wird daraus wieder eine „politische Hetzjagd“ der Altparteien gegen die dauerhaft verfolgte Mimimi-AfD. Vielleicht prüft man auch erst einmal, ob der Jugendliche einen Migrationshintergrund hat – irgendeine Nebelkerze findet sich bestimmt.

Die Kälber stehen jedenfalls schon stramm und warten auf das nächste empörte Posting. Und Arno? Der bekommt von dir bestimmt eine ordentliche Konsequenz: eine warme Wurst, ein Schulterklopfen und den nächsten Einsatz als selbst ernannter Ordnungshüter.

Wobei: Würstchen laufen in dieser Geschichte ja ohnehin schon genug herum.



„Wir sind nicht ideologisch – wir sind die Vernunft (und alle anderen sind verrückt)“

...und sonst ? Posted on So., August 23, 2026 10:39:09

Ach Ulli, schon wieder? Singst du wieder von den Altparteien? Ideologie-Alarm rufst du aus. Das hatten wir doch schon. Nun gut dann erkläre ich es dir noch einmal.

Jedes Grundgesetz, jede Verfassung basiert auf einer Ideologie – klar. Aber nur, wenn es andere tun. Wenn „wir“ das sagen, ist es natürlich einfach nur gesunder Menschenverstand, pure Realität und ein Hauch von „so war das doch schon immer“.

Du und deine AfD zum Beispiel jammert bekanntlich ununterbrochen darüber, dass alle anderen Parteien ideologisch getrieben seien. Während sie selbst, völlig zufällig, in ihrem Grundsatzprogramm Seite für Seite mit Werten, Leitbildern und sehr spezifischen Vorstellungen von Familie, Nation, Geschlecht und Migration füllt – aber das ist selbstverständlich keine Ideologie. Das ist einfach „die Wahrheit“. Alles andere ist Genderwahn, Klimahysterie und links-grün-versponnene Utopie.

Besonders beeindruckend ist die fast schon phobische Angst vor „links“ und dem großen bösen Wort „Kommunismus“. Dabei gab es den reinen, konsequent umgesetzten Kommunismus historisch gesehen nie – aber das spielt keine Rolle. Hauptsache, man kann jede soziale Politik, jede Umverteilungsdebatte und jeden Vorschlag für mehr Gleichheit als „Schritt in die Diktatur des Proletariats“ verkaufen. Ob das jemand tatsächlich so will? Egal. Angst wirkt besser als Argumente.

Noch raffinierter ist die gezielte Delegitimierung von Institutionen. Medien? Staatsfunk. Justiz? Politisch instrumentalisiert. Wissenschaft? Ideologisch verseucht. Verfassungsschutz? Ein Werkzeug der Altparteien. Wenn alles nur Ideologie ist, gibt es keine neutralen Instanzen mehr – und damit auch keine Instanz, die einem noch widersprechen könnte. Praktisch.

Besonders brisant wird es bei der „Antifa“. Kaum fällt das Wort Antifaschismus, wird offenbar sofort der Keller abgeschlossen und nachgesehen, ob die schwarz gekleidete Weltregierung schon wieder den Stromzähler manipuliert. Damit das Feindbild schön handlich bleibt, macht man aus „der Antifa“ einfach eine zentral gesteuerte Geheimorganisation: mit Zentrale, Mitgliedsausweis, Kantine und vermutlich einem wöchentlichen Newsletter zur Abschaffung des Abendlandes.

Dabei ist Antifaschismus erst einmal keine Organisation, sondern eine ziemlich naheliegende Haltung: gegen Faschismus zu sein. Ausgerechnet in Deutschland. Nach dem Nationalsozialismus. Verrückt, ich weiß. Menschenwürde, Minderheitenschutz und eine wehrhafte Demokratie stehen nicht im Grundgesetz, weil sich irgendwer auf einer linken Party einen Spaß erlaubt hat. Sie sind Konsequenzen aus einer Geschichte, die man vielleicht nicht nur dann erinnern sollte, wenn sie gerade als Keule gegen politische Gegner taugt.

Natürlich kann und muss man über einzelne Gruppen, Aktionen und Straftaten diskutieren. Aber Antifaschismus pauschal zum Staatsfeind zu erklären, ist schon ein hübscher Trick: Erst wird aus jeder Kritik „linker Extremismus“, dann darf man so tun, als sei man selbst das bedrohte Bollwerk der Freiheit. Ach Ulli, das ist keine Geschichtsaufarbeitung. Das ist Geschichtsunterricht mit Scheuklappen und Aluhut.

Das funktionierende und etwas beeindruckende an dieser durchsichtigen Strategie ist:
Man erklärt sich selbst zur einzigen vernünftigen Kraft im Land, während man gleichzeitig jedes Gegenargument als „ideologisch motiviert“ abtut. Wer Kritik übt, ist Teil des Systems. Wer zustimmt, ist „das wahre Volk“. Und wer zwischen diesen beiden Kategorien liegt, existiert offiziell nicht. Ich weiß ihr möchtet so gern die Deutungshoheit haben.

Am Ende bleibt eine schöne, saubere Welt:

  • Wir = Vernunft, Realität, gesunder Menschenverstand.
  • Alle anderen = Ideologie, Utopie, Realitätsflucht.
  • Institutionen = korrupt, aber nur, wenn sie gegen uns entscheiden.
  • Geschichte = ein großes Lagerfeuer, an dem man sich genau die Scheite herauspickt, die gerade ins eigene Narrativ passen.

Und falls die Aussenstehenden jetzt denken: „Aber ist das nicht selbst eine ziemlich klare Ideologie?“ – dann haben die leider nicht verstanden, dass ihr davon ausgenommen seid. Ihr seid ja nicht ideologisch. Ihr sagt nur, was ist. Alles andere sind doch offensichtlich nur dieses Political Correctness. Die Erde ist eben doch nur eine Scheibe, das sagen ganz viele Leute.

Ach Ulli