Ein Besuch im Bunker Valentin, dem steinernen Monument des Untergangs der braunen Ideologie der NSDAP Terrorherrsschaft. Es ist da, nicht kaputt zu kriegen. Eigentlich nicht viel zu sehen, eine gigantische Halle, hier und da ein paar Schäden an der Decke . Der gescheiterte Versuch es zu zerstören.
Die Videoanimationen an den Wänden zeigen, was im kollektiven Gedächtnis scheinbar verloren gegangen ist. Kleine Stationen erzählen Geschichten, die beängstigender kaum sein könnten. Dazu sind Menschen fähig: andere zu foltern und zu quälen, weil sie aus einem anderen Land kommen, andere Meinungen haben, Rassismus nicht tolerieren wollen, keine Lust auf Nationalstolz und die Ideen dieses inhaltsleeren Zirkus haben — weil sie für ihre Freiheit einstehen.. „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ kommt nicht von ungefähr. Das Volk der Duckmäuser und Mitläufer — und am Ende das ewige Jammern derer, die nichts gewusst haben wollen.
Während ich noch das Gefühl habe, dass diese Stille und die Schreie in meinem Kopf mich zum Kotzen bringen, kommt ein lautes „Ah! Ah, ah!“ aus einer Ecke. Ein vielleicht einjähriger Junge sitzt in seinem Wagen und erfreut sich am Echo. Leben im Raum der toten. An der Wand „ vernichtet durch Arbeit“ und das Echo des Jungen. Es liegt so dicht beisammen. Hier 1600 tote Zwangsarbeiter, dort ein Leben im entstehen.
Wie kann man Stolz für ein Stück Land empfinden? Für einen Haufen Sand? Eine Fahne verehren und glauben, man müsse für sie einstehen? Wie wenig Selbst muss man sein, um sich wie ein Lemming zu verhalten? Was herauskommt, wenn die einen Angst haben und die anderen ihren Profit daraus ziehen, haben wir schon erlebt.
Draußen vor dem Bunker, ruft der Junge noch einmal. Kein Echo, Stille. Hier draußen wollen viele dies nicht mehr hören, das Leben.
In zwei Stunden werden alte Muster neu aufgelegt. Vielleicht ist es der Beginn davon, dass Geschichte sich doch wiederholen kann. Die Angst wird wieder siegen. Das Lied der Demagogen, der Tanz der Kälber.
