Ulli, stell dir vor, da kriege ich doch tatsächlich böse Nachrichten, nur weil ich dir immer Ratschläge gebe. Das ist doch wild. Ich weiß doch um eure ideologische, geschichtsverdrehende Dauerstörung, und ich spüre, wie ihr unter der mangelnden Aufmerksamkeit der vielen anderen leidet.
Hach, was machen wir denn nun? Schau mal, wir hatten das Thema „Vision 2026“. Eine Vision ist langfristig und wird nicht mit dem gleichen Jahr datiert. Wir hatten das Thema Bildung. Ach, Ulli: Wenn eine rassistische, also fremdenfeindliche ideologische „Politik“ umgesetzt wird, kommt doch kein gebildeter Mensch zurück. Das ist doch klar. Erzählt dir Hans-Thomas diesen Quatsch?
Deine Mama hat dir doch bestimmt erzählt, dass man nicht mit den Dummen spielt. Du bist doch gern sympathisch, oder? Das ist doch der Plan. Dann stellst du dich hin und definierst den Begriff „Heimat“. Wer glaubst du eigentlich, wer du bist? Du glorifizierst eine Zeit – die Baseballschlägerjahre der 90er –, in der du selbst ein Kind von höchstens zehn Jahren warst. Ulli, wer hat dir denn eingeredet, dass das eine schlaue Nummer ist? Til-Eulenspiegel-Schneider? Selbst einem Dreijährigen fällt auf, dass ihr Geschichtsrevisionismus betreibt.
Es ist aber wirklich ekelhaft, dass du – und auch das habe ich dir schon erklärt – mit eurer kleinen Sekte einfach den Menschen, die dort gern leben, das Ansehen, die Rechte und, ach egal, die Heimat absprecht. Auch das hatten wir schon.
Also hier noch einmal kurz zusammengefasst: dein Wahlprogramm, übersetzt:Die AfD in Sachsen-Anhalt will das Land umkrempeln, als wäre es eine Kommune mit Sonderrechten. Das Problem: Viele ihrer Lieblingsideen sind gar keine Landesaufgaben, sondern Bundes- oder EU-Angelegenheiten. Das Programm liest sich deshalb oft wie ein Mix aus Machbarkeitsverweigerung, Kulturkampf und politischem Wunschdenken. Sehr viel großes Maul, erstaunlich wenig Rechtsgrundlage.
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