Jetzt mal Butter bei die Fische, Ulli: Seit Monaten erzählst du, Sachsen-Anhalt sei ein einziger Ort der Verzweiflung. Angeblich seien alle unglücklich, abgehängt und warteten nur darauf, dass deine Truppe ihnen sagt, wie sie zu leben haben. Was für ein selbstgefälliger Unsinn.
Wo schaust du eigentlich hin? Sicher nicht auf die Menschen, die da gern leben, Verantwortung übernehmen, für gleiche Rechte einstehen und sich nicht von eurer Dauerempörung einlullen lassen. Die paar Verbiesterten, die auf euren Veranstaltungen im Kreis nicken, sind nicht Sachsen-Anhalt. Sie sind nur eure kleine, laute Blase.
Es gibt Zwölfjährige mit mehr Weitsicht, mehr Haltung und mehr rhetorischem Talent als Alice und Tino zusammen. Und wenn du ernsthaft Ministerpräsident werden willst und behauptest, für alle da zu sein, dann erklär doch mal, warum du ausgerechnet jene vor den Bus wirfst, die dieses Land offen, solidarisch und lebenswert halten wollen.
Stört es dich so sehr, dass nicht alle in eurem Frust versinken? Ist es Neid auf Menschen, die glücklich sind, ohne dafür einen Schuldigen, ein Feindbild oder eine bedruckte Fahne zu brauchen?
Haltung hat Folgen. Eure Haltung produziert Misstrauen, Ausgrenzung und die ewige Suche nach dem nächsten Sündenbock. Eine Gemeinschaft entsteht nicht durch Stofflappen, Parolen und inszenierte Opferrollen, sondern durch Respekt, Verantwortung und den Willen, andere Menschen in Ruhe leben zu lassen.
Da sabbelst du immer noch von deiner Vision 2026 und das die Zukunft die AfD . Mit der Vision habe ich dir doch schon erklärt. Du hast keine Vision und ein bisschen Mathematik kannst du doch 60% von 100% sind mehr als 40% von 100. Weil, ich hoffe du stimmst da zu die 6 größer ist als die 4.
Dan wiederholst du immer wieder deine Relativierungen, Floskeln und Stammtischparolen, müssen wir das jetzt täglich machen?
All das kann selbst eine Dreijährige Wiederlegen kann. Ach Ulli, jeder kann doch irgendwas, mach doch mal was du kannst.
Also schau endlich hin, Ulli: Es ist egal, ob deine Truppe eine Wahl gewinnt, ob Alice wieder einmal irgendein Schnitzel zur Staatsaffäre erklärt oder ob ihr für jedes selbstgemachte Elend neue Schuldige präsentiert. Ihr seid nicht die Mehrheit. Und ihr werdet es auch nicht dadurch, dass ihr am lautesten schreit.
Oder bist du einfach nur eine Marionette von Menschen, die dich vorschieben? Ich meine, es ist einen Gedanken wert, sich einmal eure Frontfiguren anzuschauen: der gute Arbeiter Tino, der Lehrer Bernd, die lesbische Alice, der smarte Parfümverkäufer Ulli. Alles gut gesetzt, jede Gruppe soll angesprochen werden. Dahinter stehen Flachzangen – um mal eure Begrifflichkeit zu verwenden –, die so tun, als wären sie die grauen Herren aus Momo, die euch und uns mit Unsinn und Druck beschäftigen wollen. Du weißt bestimmt, wie die grauen Herren enden? Sie werden vernichtet, indem ihnen die Existenzgrundlage entzogen wird. Sie treiben euch vor sich her und müssen sich selbst nicht die Zunge verbrennen; das übernehmen ihre Marionetten. Also: Ihr – und wir – werden die grauen Herren dahin schicken, wo sie hingehören.
Denn die Menschen, die ihr verachtet, sind mehr. Und wenn ihr sie verliert, werdet ihr genau zu dem, wogegen Menschen in diesem Land schon einmal aufgestanden sind. Dann dürfen wieder andere die Scherben aufkehren, die ihr hinterlasst.
Lass es bleiben, Ulli.
