Ulli, ich weiß: Du würdest die 90er offenbar gern zurückhaben. Verständlich – manchmal wollen wir eben alle wieder Kind sein. Aber darum geht es nicht.
Du sagst, du respektierst andere Meinungen und Menschen – sogar die in deiner AfD, sowieso. Nur wirkt dieses Respekt-Gerede ziemlich hohl, wenn man sich anschaut, wie ihr mit dem klaren Wunsch der Simson-Familie umgeht. Der Enkel des Firmengründers hat mehrfach öffentlich erklärt, dass Simson-Mopeds nicht für Wahlkampfzwecke der AfD benutzt werden sollen. Man möchte nicht damit Verbindung gebracht werden.
Und was macht ihr? Ihr ignoriert es einfach. Du machst trotzdem Wahlkampf damit. Respekt einfordern, ständig über angebliche Ausgrenzung jammern – und dann den Wunsch der Betroffenen übergehen, sobald er nicht ins eigene Bild passt. Wenn man euch darauf ansprechen würde, käme bestimmt eine Opferrede und eine rührselige Geschichte aus der guten alten Zeit. Vielleicht auch eine von bewaffneten Nazis auf Mopeds auf ihrem Weg nach Rostock-Lichtenhagen. Nur so als Gedanke.

Das ist schon eine bemerkenswerte Form von „Respekt“.
Und genau dieses Verhalten ist das eigentliche Problem: Es ist nicht nur respektlos. Es ist ein ziemlich erbärmliches Bild für jemanden, der Ministerpräsident werden möchte.
Wenn die Masken fallen, bleibt nicht viel übrig außer dem alten Marsch der Kälber.