Ein neuer Morgen, ein neuer Traum: Vielleicht hält das Leben heute ja endlich das bereit, was auf dem Preisschild steht. Das Ticket, strahlend beworben – nur 32 €, zzgl. aller Gebühren. Ein Schnäppchen, naja vielmehr geht-so-Preis- denkt man. Doch kaum hat die Sonne die falsche Hoffnung richtig beleuchtet, offenbart sich das wahre Gesicht des Angebots: Der Preis klettert, wie ein aufgedrehtes Hamsterchen, auf stolze 38,95 €. Märchensteuer inklusive – pardon, „Gebühr“. Seit wann ist die Mehrwertsteuer eine Gebühr? Seit wann darf eigentlich jeder Gebühren verlangen, laut Bundesgebührengesetz dürfen doch nur Behörden hoheitliche Gebühren erheben? Wahrscheinlich seit dem Tag, an dem Trolle die Buchhaltung übernommen haben.

Doch das ist erst der Anfang der Zauberreise. Denn das Unternehmen erhebt tatsächlich eine „Vorverkaufsgebühr“. Gebühren! Wo kommen die her, wer hat die bestellt? Vermutlich ein genialer Manager am Frühstückstisch. Und weil das einfache Kaufen noch zu unkompliziert wäre, gibt es zusätzlich eine „Buchungsgebühr von max 2,50 €“ – wie diese „maximal“ berechnet wird, bleibt wohl das ewige Rätsel der modernen Mathematik. Vielleicht würfelt das System beim Klick noch rasch die Summe aus, bevor es weiter humpelt.

Und als wäre das alles noch zu günstig, flattern am Ende auch noch die Versandkosten ins digitale Warenkörbchen. Selbstverständlich. Logistik ist schließlich keine Wohltätigkeitsveranstaltung, sondern eine Reise voller Überraschungen – vielleicht kommt das Ticket ja sogar per Brieftaube. Alles in allem: Willkommen im Königreich der kreativen Preispolitik! Wer noch fragt, was Transparenz ist, sollte lieber weiterträumen. Die Antwort kostet bestimmt auch extra.

Ach, vollkommen egal es ist ein Traum – das ist doch nur ein Hirngespinst, und niemand mit auch nur einem Funken Verstand würde für so einen Unsinn bezahlen. Am Ende verkauft man Gebühren noch als gottgegebenes Pflichttribut, während Versandkosten, die dann keine Gebühren sind, plötzlich als edle, eigenständige Preise daherkommen. Das machen die Leute nicht. Was man alles so träumt.