Da muss man erst nach Weyhe fahren, was laut Navi kurz vor Bremen liegt, um diese Beiden Ähliz Angst und Trugutz ( ex. Konny Kleinkunztpunk) zu sehen. Im Jugendhaus „Trafo“ wurden wir freundlich norddeutsch mit Moin begrüßt und so fein blieb es dann auch. Gratis veganes Essen gab es auch noch für die Gäste. Das Konzert begann etwas später, weil der Zug aus Bremen eine Panne hatte. Doch das wurde charmant kommuniziert, ob das Ok wäre, da im Zug noch Gäste sind. Natürlich war das Ok und wer bin ich, der nicht eine Verzögerung akzeptiert – schaffe ich immer. Also das mit der Verspätung. Ich hatte Konny Kleinkunztpunk immer mal verpasst oder es gab ihn einfach nicht mehr. Nun also doch, dann eben als Turgutz. Sitzend gab es eine Reise durch sein Leben, Die Songs kriegen mich immer und so mancher Film hätte auch meiner sein können. Danach Ähliz Angst, die uns in Hannover schon beeindruckt hatte, diesmal mit Klapperklaus als Unterstützung an den Drums. Nun alle im Stehen und es ging genauso fantastisch weiter.

Es war ein wunderschönes, intensives Konzert – danke an das Jugendhaus Trafo!

Denn während man auf den großen Bühnen leicht 200 Euro für ein Ticket bezahlt, nur um dann auf eine Leinwand zu starren, mittelmäßiges Bier das ewig gleiche Line Up zu konsumieren und die immer gleiche Asiapfanne serviert zu bekommen, passiert das Beste woanders: auf den kleinen Bühnen, in unabhängigen Clubs, dort, wo Begegnung und Nähe noch selbstverständlich sind. Große Produktionen fressen Geld, Atmosphäre und Nerven – sie zerstören genau das, was in Weyhe spürbar war.

Die Faszination von KünstlerInnen beginnt nicht in den Arenen, sie beginnt in den kleinen Locations bei Leuten, die sich trauen.