Schon wieder dieser seltsame Traum – so absurd, dass er fast schon wie die Realität klingt. Da ist er wieder: der Ticketmogul. Dem gehört natürlich alles. Die Veranstalter. Die Arenen. Wahrscheinlich sogar die Luft, die man beim Konzert atmet. Er kauft sich die Tickets praktisch selbst ab, zahlt Miete an sich selbst und legt dann noch eine „Servicegebühr“ drauf – für den Service, dass er sich selber abzockt. Und das Geniale? Es funktioniert. Immer. Weil es ja immer Leute gibt, die brav seinen überteuerten Quatsch kaufen.  

Und jetzt? Jammert er wieder seit Wochen. Alles wird so teuer! Ach wirklich? Ist es vielleicht deine Miete, die du dir selbst in den Rachen schiebst? Deine lächerlichen Ticketaufschläge? Oder die Tatsache, dass deine Veranstalter akustische Resteverwertung betreiben – vollkommen egal, ob da esoterisch schwurbelnde Harrys oder Karaoke-Kapellen auftreten?  

Ich glaube, er macht auch noch im Getränkehandel mit – anders kann ich mir nicht erklären, warum überall Europaletten mit Bier stehen, auf denen er seine Zelte festnagelt.  

Jetzt aber jammert er wieder. Alles sei teurer geworden! Die Hallenmiete (an ihn), die Tickets (von ihm), die Künstlergagen (an seine eigenen Partner). Man könnte fast Mitleid haben – wenn der Mann nicht jahrzehntelang die Kunst perfektioniert hätte, aus einer Eintrittskarte eine Gelddrucklizenz zu machen.

Aber das jetzt? Das ist wirklich hohe Comedy: Eine seiner Arenen ist leer, die Gäste bleiben aus – und schon blinzelt er flehend Richtung Rathaus. Die Stadt Köln möge doch bitte irgendwas springen lassen, damit er den „Betrieb sichern“ kann.

Klar, wenn man sich selbst alles in Rechnung stellt, wundert es einen sicher, dass am Ende kein Geld mehr übrig bleibt. Alles so teuer – und alles aus einer Hand.

Das wäre ja fast so als wenn er dir das Wasser verkauft, in dem er dich vorher ersäuft hat – und reicht dann noch die Handtücher bei der Stadt ein.  

Nee ne das ist ist Unsinn, das gibt es nicht wirklich. Wer würde das den mitspielen?