Stellen wir uns die Szene nochmal vor: Zwei Figuren, die zwischen Waldlichtung und Wahn pendeln, treffen aufeinander. Klingt wie der Anfang eines miesen Kinderwitzes, ist aber tatsächlich unsere politische Realität. Der eine wird gesucht, der andere zu beschränkt, das zu kapieren. Früher hätte das wenigstens zur Verhaftung geführt – heute reicht ein kindisches „Nö, seh ich nicht so“. Willkommen in der Republik der alternativen Realität.
Man könnte fast glauben, die beiden hätten das ICD‑10 auswendig gelernt – nicht medizinisch, sondern performativ. Jeder Auftritt ein Symptom, jede Rede eine Diagnose. Für Fachleute wie für Laien gleichermaßen erkennbar: hier wütet akutes Schwachsinnsfieber, garniert mit Weltretterkomplex. Und die Pointe? Sie retten nichts – außer ihrer eigenen Selbstinszenierung.
Und während Generation TikTok noch den perfekten Lippenfilter sucht und sich in Achtsamkeitsapps optimiert, wickeln die Blau‑Braunen Clowns in diesem Land eine gemeinsame Zukunft ein wie Döner in Alufolie: ölig, schmutzig, ungenießbar. Der Scherz an der Sache? Es ist kein Scherz.
Die Rechten im Mimimi‑Modus, permanent jammernd über ihre selbstgebastelten Ängste, lassen sich übrigens nicht mit Online-Petitionen wegklicken. Likes schlagen keine Bierzeltparolen. Doch genau darauf spekulieren sie: dass niemand so richtig hinsieht, weil die Aufmerksamkeitsspanne kürzer ist als ein TikTok-Video.
Das Ganze ist grotesk genug, um als Satire durchzugehen – wäre es nicht gleichzeitig der Fahrplan einer politischen Verwahrlosung, die unsere Zukunft verzockt. Zwei Hampelmänner als Symbole eines Systems, das schon längst an sich selbst erstickt.
Kurzum: Wir leben in einem Kinderwitz ohne Pointe, und die Hofnarren sind es, die sich für Könige halten. Wenn das nicht zynisch ist, weiß ich auch nicht.
